Medizinrecht

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Archiv: Medizinrecht

Vermuteter Behandlungsfehler – was tun?

Vorgehensweise bei vermutetem Behandlungsfehler und Anspruch auf Schadenersatz oder Schmerzensgeld.

Wie in jedem anderen Bereich des täglichen Lebens, kann es auch bei ärztlichen/zahnärztlichen Behandlungen zu Fehlern kommen, die sowohl unnötige Schmerzen als auch Kosten verursachen können. Behandelt der Arzt seinen Patienten falsch, hat dieser Anspruch auf Schadenersatz und eventuell ein Schmerzensgeld. Wichtigster Haftungsgrund für die Arzthaftung ist neben der Aufklärungspflichtverletzung der Behandlungsfehler des Arztes. Da das Spektrum ärztlicher Tätigkeiten äußerst vielfältig ist, sind auch die Erscheinungsformen des Behandlungsfehlers naturgemäß sehr groß. Er kann bei Diagnose und Therapie, aber auch beim Einsatz nicht ausreichend qualifizierter ärztlicher Anfänger, bei Pflichten zur Sicherung des Heilerfolges oder bei der Organisation des Behandlungsgeschehens auftreten.

Hat man das Gefühl, falsch behandelt worden zu sein, gibt es verschiedene Anlaufstellen bzw. Möglichkeiten, den eigenen Verdacht zu überprüfen. Einige Verfahren sind hierbei für den Patienten kostenlos. Zunächst kann es ratsam sein, das Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu suchen. Kommt der Patient hier nicht weiter, haben die Landesärztekammern/Landeszahnärztekammer Gutachterkommissionen bzw. Schlichtungsstellen eingerichtet, die in Zweifelsfällen Wesentliches zur Aufklärung beitragen und ein Gerichtsverfahren überflüssig machen können. Im Rahmen eines solchen Schlichtungsverfahrens wird in der Regel ein Expertengutachten eingeholt, das den Sachverhalt qualifiziert aufarbeitet. Der Patient hat aber auch die Möglichkeit, seine Krankenkasse um Mithilfe zu bitten, die über ihren Medizinischen Dienst ebenfalls eine Begutachtung in Auftrag geben kann/wird. Schließlich hat der Patient die Möglichkeit, ein Privatgutachten einzuholen oder den Sachverhalt im Rahmen eines Selbstständigen Beweisverfahrens vor Gericht klären zu lassen. In der Regel geht dem Antrag bei Gericht eine außergerichtliche Korrespondenz, meistens über einen eingeschalteten Rechtsanwalt/eine eingeschaltete Rechtsanwältin, voraus. Über die Vor -und Nachteile der einzelnen Varianten der Vorgehensweise gegen einen vermuteten Behandlungsfehler sollte der betroffene Patient/die betroffene Patientin qualifizierten Rat, etwa durch einen Rechtsanwalt/eine Rechtsanwältin, einholen.